Sprüche über Tiere
869 Sprüche — Seite 20
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Nach einem Jahr gleicht der Hund seinem Herrn
Froh hupft der Floh. - Vermutlich bleibt es noch lange so.
— Wilhelm Busch
Männer, die zur Schmetterlingsjagd tendieren, haben meist schlechte Erfahrungen mit Frauen hinter sich.
— David Herbert Lawrence
Die Menschheit lässt sich grob in zwei Gruppen einteilen: in Katzenliebhaber und in vom Leben Benachteiligte
— Francesco Petrarca
Wenn der Fuchs die Gänse lehrt, so ist ihr Kragen sein Schulgeld.
Wenn man beim Stiche der Biene oder des Schicksals nicht stille hält, so reißet der Stachel ab und bleibt zurück.
— Jean Paul
Wenn man den Kater streichelt, so reckt er den Schwanz aus.
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse
Selbst ein Drache nimmt nur einen Weg, den er kennt.
Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.
— Mark Twain
Sind des Schäfchens locken Braun, lehnt es am Elektrozaun. Und wenn es dann noch mit den Augen rollt, will es sagen zuviel Volt.
Wahrlich ist der Mensch der König aller Tiere, denn seine Grausamkeit übertrifft die ihrige. Wir leben vom Tode anderer. Wir sind wandelnde Grabstätten!
— Leonardo da Vinci
Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht.
— Theodor Fontane
Ein Floh auf der Schlafmatte ist schlimmer als ein Löwe in der Wüste.
Was Gott an und für sich ist, wissen wir so wenig als ein Käfer weiß, was ein Mensch ist.
— Ulrich Zwingli
Weil der Elefant groß und fett ist, hat er auch große Sorgen.
Sind des Schäfchens Locken braun, lehnt es am Elektrozaun.
Der Mensch ist ein Raubtier mit manchmal humanen Ansätzen
— Friedrich Dürrenmatt
Dreitägiger Fisch taugt auf keinen Tisch.
Jeder meint, sein Kuckuck singe besser als des andern Nachtigall.