Sprüche über Tiere
869 Sprüche — Seite 52
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Keine teurere Henne als die geschenkte.
Man muss die Henne rupfen, ohne dass sie schreit.
Trittst du mein Huhn, so wirst du mein Hahn.
Hühner und Hahnen bleiben Gespanen.
Es ist kein Hühnchen noch so klein, übers Jahr will's eine Henne sein.
Das Huhn legt gern ins Nest, worin schon Eier sind.
Bereitet man den Hühnern nicht beizeiten ein Bett, so legen sie in die Nesseln.
Sieh auf die Hühner und nicht auf die Nester.
Was zum Huhn geboren ist, scharrt nimmer vor sich.
Sind die Hühner brütig, so hätten sie gern Eier.
Ich brauche keine Hummeln in meinem Bienenkorb.
Guter Hund, so nur einem Wilde nachjagt.
Guter Hund, so nicht die Fährte verliert.
Wer nicht Hundslauch riechen kann, soll auch kein Wildbret essen.
Wer mag den Hunden das Bellen verbieten?
Es ist Chrysam und Tauf an alten Hunden verloren.
Wer dem Hunde nicht wehrt, der hetzt ihn.
Zu einem bösen Hunde gehört ein Knüppel.
Der Knüppel liegt beim Hunde.
Wenn man unter die Hunde wirft, welchen es trifft, der schreit.