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Sprüche über Tiere

869 Sprüche — Seite 47

Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.

Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.

  1. Ich habe die Philosophen und die Katzen studiert, doch die Weisheit der Katzen ist letztlich um ein weites größer.

    Hippolyte Taine

  2. Wer lauter große Dinge sehen will, muss sich zu einer Mücke wünschen.

    Johann Jakob Wilhelm Heinse

  3. Um die Natur zu erkennen, muss man ihre Geschöpfe verstehen. Um ein Geschöpf zu verstehen, muss man in ihm den Bruder sehen.

    Manfred Kyber

  4. Wenn der Mensch wüsste, dass Tiere sprechen können, würde er ihnen dann zuhören? Denn die Menschen glauben, zwischen ihnen und den Tieren sei ein Abgrund. Es ist nur eine Stufe im Rad des Lebens. Denn …

    Manfred Kyber

  5. Die Tiere fliehen den Menschen, weil sie Gottes Bildnis im Menschen nicht mehr erkennen können.

    Manfred Kyber

  6. Niemand kommt sich so hilflos vor wie der Besitzer eines kranken Goldfisches

    Kin Hubbard

  7. Die Pferde rennen nach dem Lohn, und die Esel erhalten ihn.

    Franz Emanuel August Geibel

  8. Für den Maulwurf ist die Welt nicht größer und weiter als seine Gänge.

    August Pauly

  9. Weltgeschichte macht es wie die Bauern, wenn sie Pferde nicht haben kann, lässt sie ihren Wagen durch Ochsen ziehen.

    August Pauly

  10. Es ist mir manchmal ein Mensch, den ich vergeblich eine Wahrheit zu eröffnen suchte, vorgekommen, wie ein Mann, dem ich auf den Gaul helfen wollte, der aber immer wieder drüben herunter fiel.

    August Pauly

  11. So wie der Igel mit dem Rüsselchen, kommt der Bürokrat schon mit dem Zöpfchen zur Welt.

    August Pauly

  12. Würde ist ein goldener Sattel, die jedem Esel auferlegt werden kann.

    August Pauly

  13. Wer Pech hat, den beisst der Hund auch, wenn er ein Kamel reitet.

  14. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber ein Kamel macht eine Wüste!

    Alfred Capus

  15. Die jungen Raben brauchen Futter.

  16. Die Raben müssen einen Geier haben.

  17. Wo Gänse sind, da ist Geschnatter, und wo Frauen, da sind viel Mären.

  18. Raubvögel singen nicht.

  19. An kurzen Rossen und langen Stieren ist nichts zu verlieren.

  20. Auf jeden Grashalm fällt ein Tröpfchen Tau.