Sprüche über Tiere
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Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Ich bin für die Rechte der Tiere genauso wie für die Menschenrechte. Denn das erst macht den ganzen Menschen aus
— Abraham Lincoln
Vielleicht stände es besser um die Welt, wenn die Menschen Maulkörbe und die Hunde Gesetze bekämen!
— George Bernard Shaw
Ein Schlaufuchs kann auch auf einem Löwen reiten.
Weißes Händchen und weißes Tätzchen, und keines von beiden die Krallen zeigt - reizendes Weib und reizendes Kätzchen necken sich, wenn der Tag sich neigt.
— Paul Verlaine
Dem die Kuh ist, der nimmt sie beim Schwanz.
Der Gang der Jahreszeiten ist ein Uhrwerk, wo ein Kuckuck ruft, wenn es Frühling wird.
— Georg Christoph Lichtenberg
Ein Mensch ist seiner Beschaffenheit nach ein religiöses Tier.
— Edmund Burke
Den Fuchs muss man mit Füchsen fangen.
So wie ein Hund unfähig ist, sich einen Wurstvorrat anzulegen, so sind Sozialdemokraten unfähig, Geldvorräte anzulegen.
— Franz Josef Strauß
Ein Hund versteht unsern Willen, weil wir aufrichtig sind mit ihm.
— Bettina von Arnim
Fortuna lächelt, doch sie mag nur ungern voll beglücken: Schenkt sie uns einen Sommertag, so schenkt sie uns auch Mücken.
— Wilhelm Busch
Kommt ein Ochse in fremdes Land, er wird doch für ein Rind erkannt.
— Bernhard Freidank
Möge die Kuh in deinem Stall dich nicht vor deinem Hahn wecken.
Ein blöder Hund wird selten fett.
Während der Tiger nicht aufhören kann, Tiger zu sein, sich nicht enttigern kann, lebt der Mensch in ständiger Gefahr, sich zu entmenschlichen.
— José Ortega y Gasset
Unmenschen gibt es, aber keine Untiere
— Karl Julius Weber
Auch das beste Pferd kann nicht zwei Sättel tragen
Wenn der Hund einmal Leder gefressen hat, ist kein Schuh mehr vor ihm sicher.
— Ludwig Anzengruber
Das Kamel sieht seinen eigenen Höcker nicht, aber den seiner Brüder hat es immer vor Augen.
Meine Freunde, bittet Gott um Fröhlichkeit, seid fröhlich wie die Kinder, wie die Vögel des Himmels. Die Sünde der Menschen soll euch nicht bekümmern, fürchtet euch nicht, daß sie euch an der Vollendu …
— Fjodor M. Dostojewski