Sprüche über Tiere
869 Sprüche — Seite 17
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Das Tier kann sich langweilen, aber nur der Mensch denkt darüber nach.
— Oswald Spengler
Bienen sind gar nicht so fleißig, sie können nur nicht langsam fliegen.
Zahme Vögel singen von der Freiheit, wilde Vögel fliegen.
— Bertolt Brecht
Keine Beleidigung würde mich so hart treffen, wie ein misstrauischer Blick von einem meiner Hunde.
— James Gardner
Mit einem wilden Löwen ist es leichter, dauerhaft Freundschaft zu halten, als mit einem Menschen, der neugierig ist.
Um eines kleinen Bissens Fleisches willen berauben wir eine Seele des Lichtes und der Spanne von Zeit, in die sie hineingeboren wurde, sich daran zu erfreuen.
— Plutarch
Mancher rauft den toten Löwen beim Bart, der ihn lebend nicht ansehen durfte.
Eine Krähe sitzt gern bei der anderen.
Gib einem Bär Honig, und du wirst deinen Arm einbüßen, wenn das Vieh Hunger hat!
— Bertolt Brecht
Eine der blamabelsten Angelegenheiten ist es, dass das Wort "Tierschutz" überhaupt geschaffen werden musste
— Theodor Heuss
Sollen dich die Dohlen nicht umschrei'n, musst du nicht Knopf auf dem Kirchturm sein.
— Johann Wolfgang von Goethe
Zwei Täubchen am Bache, zwei Täubchen am See, die küssten sich leise und sagten: Ade!
So viel Dornen ein Rosenstock, so viel Haare ein Ziegenbock, so viel Flöh ein Pudelhund, so viel Jahre bleib gesund.
Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen.
Mensch und Hund ergänzen sich hundert - und tausendfach. Mensch und Hund sind die treuesten aller Genossen
— Alfred Edmund Brehm
Durch Geschwätz verrät die Elster ihr Nest.
Was für ein hässliches Tier ist der Affe, und wie sehr ähnelt er uns.
— Marcus Tullius Cicero
Der Kampf um die Führung lag in seiner Natur, denn ein namenloser, unfassbarer Stolz der Fährte und der Spur erfasste ihn - jener Stolz, der Hunde dazu verführt, voll Freude im Geschirr zu sterben, …
— Jack London
Über Schnee kann ein Schmetterling nicht urteilen.
Ging ein Hund tausend Stund zur Kirche, er wär doch ein Hund.
— Bernhard Freidank