Sprüche über Tiere
869 Sprüche — Seite 8
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Ließe die Katze das Mausen, so bliebe der Kater draußen.
Vielleicht stände es besser um die Welt, wenn die Menschen Maulkörbe und die Hunde Gesetze bekämen!
— George Bernard Shaw
Gewisse Ehen halten nur in der Weise zusammen wie ineinander verbissene Tiere
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Was wir aufgeben, müssen wir mit freier Wahl aufgeben, nicht wie der Fuchs die Trauben.
— Gottfried Keller
Der Mensch ist das Raubtier mit den Händen.
— Oswald Spengler
Er ist Storch und Klappermaul.
Meine Freunde, bittet Gott um Fröhlichkeit, seid fröhlich wie die Kinder, wie die Vögel des Himmels. Die Sünde der Menschen soll euch nicht bekümmern, fürchtet euch nicht, daß sie euch an der Vollendu …
— Fjodor M. Dostojewski
Wenn Gott einen Hund misst, zieht er ein Band um das Herz statt um den Kopf.
Je höher der Affe steigt, je mehr er den Hintern zeigt.
Man soll die Bärenhaut nicht verkaufen, ehe der Bär gestochen ist.
Möge die Kuh in deinem Stall dich nicht vor deinem Hahn wecken.
Die Elster lässt ihr Hüpfen nicht.
Keine Elster heckt eine Taube.
Wer eine Elster ausschickt, dem kommt ein bunter Vogel wieder.
Ein Mensch ist seiner Beschaffenheit nach ein religiöses Tier.
— Edmund Burke
Man stiehlt auch wohl der Elster ein Ei.
Wie kommen die Enten aus, die doch so breite Schnäbel haben?
Ich bin für die Rechte der Tiere genauso wie für die Menschenrechte. Denn das erst macht den ganzen Menschen aus
— Abraham Lincoln
Unmenschen gibt es, aber keine Untiere
— Karl Julius Weber
Manchmal sitzt er zu deinen Füssen und schaut dich an, mit einem Blick so schmeichelnd und zart, das man überrascht ist über die Tiefe seines Ausdrucks. Wer kann nur glauben, dass hinter solchen strah …
— Théophile Gautier