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Sprüche über Besitz

548 Sprüche — Seite 10

Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.

Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.

  1. Besser arm in Ehren als reich mit Schanden.

  2. Wo Sparsamkeit haushält, wächst der Speck am Balken.

  3. Der Traum und die Phantasie sind das eigenste Eigentum

    Novalis

  4. Ein guter Minister sollte an seinem Lebensende reicher an Ruhm und guten Taten geworden sein als an Vermögen.

    Nicolaus Machiavelli

  5. Das Vermögen, das du benutzt, geht zu Ende. Wissen, wenn du es benutzt, vermehrt sich.

  6. Der Geizige hat keinen, der Verschwender einen unnützen Genuß von dem Seinen.

    Johann Peter Hebel

  7. Es ist besser, die Armen sitzen vor deiner Tür, als du vor ihrer.

  8. Eine auserlesene Büchersammlung ist der vortrefflichste Hausrat.

    Francesco Petrarca

  9. Pfennig ist Pfennigs Bruder.

  10. Geld kann dir nur Jener geben, der es hat. Anders verhält es sich mit dem Ehrenwort.

    Eleonore van der Straten-Sternberg

  11. Man braucht den Appetit des Armen, um das Vermögen des Reichen zu genießen.

    Antoine de Rivarol

  12. Hab e i n e n Pfennig lieb wie vier, fehlt's Dir an Wein, so trinke Bier.

  13. Almosen, das von Herzen kommt, dem Geber wie dem Nehmer frommt.

  14. Nicht das Leben ist das höchste Gut, sondern das gute Leben. "Gut" leben ist soviel wie "edel und gerecht".

    Platon

  15. Was der Mensch auch gewinnt, er muss es teuer bezahlen, wär es auch nur mit der Furcht, ob er's nicht wieder verliert.

    Christian Friedrich Hebbel

  16. Willst du etwas los sein, leihe es einem guten Freund.

    Titus Maccius Plautus

  17. Das Lesen versieht den Geist nur mit dem Material für das Wissen; erst das Denken macht das Gelesene zu unserem Eigentum

    John Locke

  18. Wenn wir lieben, dienen wir; solange wir von anderen geliebt werden, möchte ich behaupten, sind wir fast unentbehrlich; und niemand ist nutzlos, wenn er einen Freund besitzt.

    Robert Louis Stevenson

  19. Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht mehr zurück.

    Theodor Fontane

  20. Verfüge nie über Geld, ehe du es hast.

    Thomas Jefferson