Sprüche über Besitz
548 Sprüche — Seite 20
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Manche klavierspielende Frau wäre ein Engel, wenn sie daheim keinen Flügel hätte.
— Max Pallenberg
Gute Tiere, spricht der Weise, musst du züchten, musst du kaufen, doch die Ratten und die Mäuse, kommen ganz von selbst gelaufen.
— Wilhelm Busch
Wo Gold redet, da gilt all andre Rede nicht.
Wer den Armen leiht, dem zahlt Gott die Zinsen.
Wenn Bescherung ist, soll man den Sack auftun und das Zuknüpfen nicht vergessen.
Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten.
— Daniel Defoe
Schlecht geht der Kranke mit sich selbst um, der den Arzt als Erben einsetzt.
— Publius Syrus
Das Glück ist nicht in den Dingen die wir besitzen, sondern in den Dingen die zu besitzen wir glauben.
— Georg Simmel
Jeder weiß, dass Gold und Silber nur Reichtümer der Einbildung sind.
— Charles-Louis de Montesquieu
Wir zerstören Millionen Blüten, um ein Schloss zu errichten, dabei ist eine einzige Distelblüte wertvoller als tausend Schlösser.
— Leo Tolstoi
Wenn du nicht Güter hast und dennoch Leibeserben, bring' ihnen Künste bei, sich Güter zu erwerben.
— Martin Opitz
Der Reiche setzt eher sein Leben für seinen Reichtum als seinen Reichtum für sein Leben aufs Spiel.
— Frank Wedekind
Geld her, Geld her, klingen die Glocken, wenn gleich der Pfaff tot ist.
Wo Geld kehrt und wendt, hat die Freundschaft bald ein End.
Bildung ist ein unentreißbarer Besitz
— Menander
Wer Geld und keine Kinder hat, der ist nicht wirklich reich , wer Kinder und kein Geld hat, der ist nicht wirklich arm .
Geld ist der größte Held.
Genug zu haben,ist Glück, mehr als genug zu haben, ist unheilvoll. Das gilt von allen Dingen, aber besonders vom Geld.
— Laotse
Wer dein Haus zur Ruine macht, möchte sicherlich, dass du den Himmel siehst
— Robert Louis Stevenson
Nur was ich selbst hervorgebracht und immer wieder aufs Neue mir erwerbe, ist für mich Besitz.
— Friedrich Schleiermacher