Sprüche über Besitz
548 Sprüche — Seite 19
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Doch wenn ich arm bin, habe ich nur meine Träume. Die Träume breite ich aus vor deinen Füßen. Tritt leicht darauf du trittst auf meine Träume.
— William Butler Yeats
Wer Diebe fasst, soll auch die Beute fassen. Wer Ehebrecher fasst, soll immer beide fassen
Wer den Palast des Sultans sieht, zerstört seine Hütte.
Geld im Beutel kommt nie aus der Mode.
— Thomas Fuller
Jede Liebe verzehnfacht jede Kraft… Dieses Besitzergreifen, zu zweien, einer neuen Wahrheit macht der Besitz doppelt sicher, den Begriff doppelt klar.
— Bertha Freifrau von Suttner
Erfreue dich deines Besitzes, als stürbest du morgen. Aber verbrauch ihn mit Maß, als lebtest du lange.
— Lukian
Man prahlt eben mit dem, was man hat, und je weniger man hat, desto mehr neigt man wohl zum Prahlen.
— John Steinbeck
Es ist ganz einerlei, was man macht und was die Leute von einem denken, solange man Geld in der Tasche hat.
— John Knittel
Vermögen zu haben ist ein Stück Freiheit.
— Ludwig Erhard
Gold ist eine Kostbarkeit. Jedem, der es besitzt, erfüllt es alle Wünsche dieser Welt und verhilft den Seelen ins Paradies
— Christopher Columbus
Geld ist die beste Ware, sie gilt im Sommer und Winter.
Wo Gold vorregnet, da regnet es Laster nach.
Wer den Kreuzer nicht achtet, wird keinen Gulden wechseln.
Freiheit geht über Silber und Gold
Wenn einer Geld hat, darf er so dumm sein wie er will
— Ovid
Wenn du hundert Yen hast, kaufe dir für fünfzig Yen Brot, für die anderen fünfzig aber Hyazinthen für die Seele.
Man kann nicht die Kuh verkaufen und die Milch behalten.
Hat einer Geld, so ist er ein Held, und der mit goldenen Äpfeln werfen kann, behält das Feld.
Der Freund gibt sich durch den andern, was er selbst nicht besitzt.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Der Weise ist besorgt, sein Vermögen zu erhalten, auch wohl zu vermehren. Daher er unnützen Aufwand meidet, um die Mittel zu haben zu unvorhergesehenen Ausgaben.
— Karl Julius Weber