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Sprüche über Besitz

548 Sprüche — Seite 6

Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.

Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.

  1. Eine Frau, ein Gewehr und einen Gaul darf man nicht ausleihen.

    Napoleon

  2. Der Mensch rechnet immer das, was ihm fehlt, dem Schicksal doppelt so hoch an als das, was er besitzt.

    Gottfried Keller

  3. Der Geizhals bleibt im Tode karg: zehn Blicke wirft er auf den Sarg, und tausend wirft er mit Entsetzen nach den mit Angst verwahrten Schätzen.

    Christian Fürchtegott Gellert

  4. Es hängt kein Geldsack hundert Jahr vor der Tür, aber auch kein Bettelsack.

  5. ...wenn Du mich nur halb so liebst wie ich Dich, dann freuen Dich auch ein paar Worte. Und wenn sie auch nichts enthalten, als die Versicherung: "Ich habe Dich lieb. Ich kann den Tag nicht erwar …

    Ludwig Thoma

  6. Es gibt Leute, die eine Bibliothek haben wie ein Eunuch einen Harem

    Victor-Marie Hugo

  7. Die Gottheit wohnt im Staube, während der Teufel Auto fährt und in vergoldeten Häusern Champagner trinkt.

    John Knittel

  8. Wer besitzt, der lerne verlieren, wer im Glück ist, lerne Schmerz.

    Friedrich von Schiller

  9. Zeit ist Geld und Geld ist Macht. Doch keiner auf der Welt, das sei stets bedacht, hat’s mit Geld und Macht jemals zu mehr Zeit gebracht.

    Josef Bordat

  10. Menschen sind wie Grundstücke: Manchmal ist eine Goldader darin, und der Besitzer weiß es nicht.

    Jonathan Swift

  11. Je mehr du besitzen willst, desto weniger hast du.

    Else Pannek

  12. Der Weise legt sich keinen Schatz zurück. Je mehr er gibt, desto mehr hat er.

  13. Die Gedanken eines Menschen sind sein Königreich.

  14. Kommt den Bürgern nie das Gefühl, dass Staat, Geld, Arbeit, Religion, Regierung, Ersparnisse, Wirtschaft keinen Pfifferling wert sind, wenn sie nicht die Mittel zu einem großen Endzweck sind?

    John Knittel

  15. Der Reiche ist entweder selbst ein Gauner oder der Erbe eines Gauners.

    Hieronymus

  16. Kapitalbildung muss durch Eigeninteresse angetrieben werden, man kann Vermögen nicht mit Wohlwollen anlocken.

    Walter Bagehot

  17. Ein andrer halt' auf Geld und Gut; ich liebe Kunst und freien Mut.

    Simon Dach

  18. Ein Gewehr ist viel wert, aber man kann nicht darauf sitzen

  19. Nicht vom Geben, sondern vom Behalten werden wir krank.

    Antoine de Saint-Exupéry

  20. Eifersucht ist in gewisser Hinsicht gerecht und vernünftig, da sie nur den Besitz wahren will, der unser ist oder zu sein scheint, Neid dagegen ist Eifern über den Besitz anderer.

    François de la Rochefoucauld