Sprüche über Besitz
548 Sprüche — Seite 21
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Wenn du aber gar nichts hast, ach, so lasse dich begraben, denn ein Recht zum Leben', Lump, haben nur, die etwas haben.
— Christian Johann Heinrich Heine
Was wir ausgaben, hatten wir, was wir verließen, verloren wir, was wir gaben, haben wir.
Nur was wir ersehnen, ist unser Eigentum. Was wir besitzen, haben wir schon verloren.
— Karl Gustav Adolf von Harnack
Jeder will ein Stückchen Land, braucht nicht viel zu sein. Bloß so viel, dass man was Eigenes hat.
— John Steinbeck
Die Welt gehört, wie die Frauen, dem, der sie verführt, genießt und mit Füßen tritt.
— Giacomo Leopardi
Geld im Säckel duzt den Wirt.
Ich hab' nicht viel hienieden, Ich hab' nicht Geld noch Gut; Was vielen nicht beschieden, Ist mein: - der frische Mut.
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Kein Eigentümer schuf die Natur, denn taschenlos, ohne Taschen in den Pelzen, kommen wir zur Welt.
— Christian Johann Heinrich Heine
Dein ist nichts als die Stunde, in der du lebst.
Die Kultur der Menschheit besitzt nichts Ehrwürdigeres als das Buch, nichts Wunderbareres und nichts, das wichtiger wäre.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Wir unterschätzen das, was wir haben, und überschätzen das, was wir sind.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Wer seine Schuld bezahlt, verringert sein Gut nicht.
— Christoph Lehmann
Du trägst sehr leicht, wenn du nichts hast; aber Reichtum ist eine leichtere Last.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wir sind nie entfernter von unseren Wünschen, als wenn wir uns einbilden, das Gewünschte zu besitzen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wir betrachten die Geliebte als unser Eigentum, weil nur wir allein sie glücklich machen können.
— Stendhal
Geld regiert die Welt, Gut macht Mut, oft Übermut und Armut ist arm an Mut.
— Karl Julius Weber
Weshalb um Gold weinen, wenn du den Tulpenbaum hast?
Sobald wir verstanden haben, dass das Geheimnis des Glücks nicht im Besitz liegt, sondern im Geben, werden wir, indem wir um uns herum glücklich machen, selbst glücklich werden.
— André Gide
Ich habe viele Millionen verdient, aber das Glück haben sie mir nicht gebracht
— John D. Rockefeller
Gute Muße ist besser als gute Geschäfte. Nichts gehört unser als nur die Zeit, in welcher selbst der lebt, der keine Wohnung hat
— Baltasar Gracián y Morales