Sprüche über Besitz
548 Sprüche — Seite 14
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Der Hass der Größe gegen die Kleinheit ist der Ekel; der Hass der Kleinheit gegen die Größe der Neid.
— Arthur Schnitzler
Für Geld und gute Worte kann man alles haben.
Das Geld schließt die Hölle auf.
Geld bringt Gunst, aber nicht Kunst.
Gold ist Sold, dem ist man hold.
Wenn man durch Arbeit zu Reichtum gelangen könnte, gehörten die Mühlen den Eseln.
Wenn Zeit Geld ist, dann lebt jeder über seine Verhältnisse.
— Ludwig Anton Salomon Fulda
Die Menschen haben keine Freunde, weil sie diese nicht in den Kaufhäusern kaufen können.
— Antoine de Saint-Exupéry
Geld wird nicht gehenkt.
Über seine Verhältnisse kann man nur leben, wenn man welche hat.
— Max Pallenberg
Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn der letzte Dollar weg ist
— Mark Twain
Gerechtigkeit entspringt dem Neide, denn ihr oberster Satz ist: Allen das gleiche.
— Walter Rathenau
Es ist nun einmal so, dass man immer dem glaubt, der Gutes verspricht. Daher kommt es auch, dass man den Ärzten so viel Vertrauen schenkt und dass man oft, indem man ihnen glaubt, die eigene Habe verl …
— Nicolaus Machiavelli
Geh zu deines reichen Freundes Haus, wenn du gerufen bist! Zu des armen Freundes Haus geh ungerufen!
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Irgendeinen Gegenstand pflegt jeder Mensch zu haben, den er überschätzt und überschätzt sehen will.
— Adolph Freiherr von Knigge
Muße ist der schönste Besitz von allen.
Furcht und Habgier sind die Ursachen der Grausamkeit.
— Ferdinando Coelestinus Galiani
Es gibt Dinge, die jeder leicht haben kann, er muß sich nur danach bücken
— Adalbert Stifter
Der Pfennig gilt nirgend mehr, als wo er geschlagen ist.