Sprüche über Besitz
548 Sprüche — Seite 15
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Muße ist der schönste Besitz von allen.
Irgendeinen Gegenstand pflegt jeder Mensch zu haben, den er überschätzt und überschätzt sehen will.
— Adolph Freiherr von Knigge
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Geh zu deines reichen Freundes Haus, wenn du gerufen bist! Zu des armen Freundes Haus geh ungerufen!
Die Menschen gebrauchen im allgemeinen nur einen kleinen Teil der Macht, die sie besitzen.
— William James
Wer nichts verlangt, hat alles. Wer alles tut verlangen, der hat in Wahrheit noch nicht einen Stiel empfangen.
— Angelus Silesius
Der Philosoph wie der Hausbesitzer hat immer Reparaturen.
— Wilhelm Busch
Das höchste Gut ist die seelische Harmonie mit sich selbst
— Seneca
Streben, seine Wünsche nach Besitz zu befriedigen, heißt Feuer mit Stroh löschen.
Für beides danken: Für das, was wir haben, und für das, was wir nicht brauchen
Ohne Freunde möchte niemand leben, auch wenn er alle übrigen Güter besäße.
— Aristoteles
Ein Nachbar ist ein Mensch, der die geliehene Schneeschaufel zurückbringt, wenn er sich den Rasenmäher ausleiht
Zart ist der Faden der Freundschaft, doch unzertrennlich wie jede Kette, die Himmel und Meer und die Gestirne umschlingt, aber auch dehnbar wie Gold, er windet in lieblichen Knoten selbst um die Freun …
— Novalis
Wahrheit ist unser kostbarster Besitz. Laßt uns sparsam mit ihr umgehen.
— Mark Twain
Es gibt Leute, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld
— Ludwig Börne
Tu, was du kannst, mit dem, was du hast, wo immer du bist.
— Franklin D. Roosevelt
Nur wenige Muscheln haben Perlen
— Theodor Storm
Ein Tag Leben ist wertvoller als ein Berg Gold
Die Welt ist kein Machwerk, und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig
— Arthur Schopenhauer
Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist der Besitz gemeingefährlich.
— Friedrich Nietzsche