Sprüche über Besitz
548 Sprüche — Seite 22
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Der Verstand ist das einzige, was mancher verliert, ohne es besessen zu haben.
— Peter Sirius
Glück ist ein Wunderding. Je mehr man gibt, desto mehr hat man.
— Germaine Madame de Stael
Was die Perle für die Muschel, das ist die Liebe für manches Frauenherz – sein einziger Schatz, aber auch seine einzige unheilbare Krankheit.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Geld schweigt nicht, wo es ist.
Begrabner Schatz, verborgner Sinn bringen niemand Gewinn.
Geld führt den Krieg.
Geld genommen, um Freiheit gekommen.
Die Gewaltigen handeln mit Geld, die Schwachen mit Recht.
Es kostet ja kein Geld, hat der Bauer gesagt, da walkte er seinen Jungen durch.
Erbettelter Pfennig ist besser denn gestohlener Taler.
Arm oder reich - der Tod macht alles gleich.
Nicht in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife! Der ist dein.
— Friedrich von Schiller
Die Erde gehört sowohl denen, die nach uns kommen, wie auch uns.
— John Ruskin
Das fremde Korn und die eigenen Kinder scheinen immer besser.
Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern.
— Julius Caesar
Eine Sache, welche vielen gehört, wird schlechter verwaltet als eine Sache, die einem Einzelnen gehört
— Aristoteles
Ein Fußgänger ist ein Mann, der Frau und Tochter, aber nur zwei Autos hat
Der Besitz wird durch das Besitzen meistens geringer.
— Friedrich Nietzsche
Wer der Gerechtigkeit folgen will durch dick und dünn, muss lange Stiefel haben. Habt ihr welche? Habe ich welche? Ach meine Lieben! Lasset uns mit den Köpfen schütteln!
— Wilhelm Busch
Für Geheimnis und anvertrautes Gut gelten die gleichen Regeln.
— Nicolas Chamfort