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Sprüche über Besitz

548 Sprüche — Seite 12

Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.

Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.

  1. Neid ist die Angewohnheit, statt der eigenen Glücksgüter die der anderen zu zählen.

    Ernst von Feuchtersleben

  2. Zeit ist kostbarer als Gold.

  3. Wenn wir bewahren wollen, was wir haben, müssen wir vieles ändern

    Johann Wolfgang von Goethe

  4. Der Juristentraum vom Himmel : Alle beanspruchen bei der Auferstehung ihr Vermögen, und jeder versucht, es von seinen Vorvätern wiederzuerlangen.

    Samuel Butler

  5. Jeder sehnt sich nun einmal nach dem, was nicht für ihn bestimmt ist.

    Carl Friedrich Paul Ernst

  6. Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.

    Epikur

  7. Der Besitz besitzt. Er macht die Menschen kaum unabhängiger.

    Friedrich Nietzsche

  8. Sage nicht, du kennst einen Menschen, bevor du ein Erbe mit ihm geteilt hast.

    Johann Kaspar Lavater

  9. Frauen können Not, nicht aber Wohlstand teilen.

  10. Den Wert von Diamanten und Menschen kann man erst ermitteln, wenn man beide aus der Fassung bringt

    Marie von Ebner-Eschenbach

  11. Der Geduldige hat allen Reichtum der Welt.

  12. Der Reichtum ist wie der Mist. Angehäuft stinkt er. Über das Land hin verteilt, macht er die Erde fruchtbar.

  13. Die Armut liesse sich rasch beseitigen, wenn sich die Wohlhabenden dadurch bereichern könnten.

    Emanuel Wertheimer

  14. Es ist keine Kunst, ein ehrlicher Mann zu sein, wenn man täglich Suppe, Gemüse und Fleisch zu essen hat.

    Georg Büchner

  15. Man versehe mich mit Luxus, auf alles Notwendige kann ich verzichten.

    Oscar Wilde

  16. Für Leute, die nur einen Hammer als Werkzeug haben, ist jedes Problem ein Nagel.

  17. Wenn wir glauben, dass der Himmel unsere Heimat ist, dann sollen wir auch unsere Reichtümer dahin schaffen, statt sie hier zurückzuhalten, wo sie uns bei plötzlichem Aufbruch verlorengehen könnten.

    Johannes Calvin

  18. Vermögen und Ehre sind die beiden Dinge, deren Verletzung die Menschen am meisten kränkt.

    Nicolaus Machiavelli

  19. Wer nur um Gewinn kämpft, erntet nichts, wofür es sich lohnt, zu leben.

    Antoine de Saint-Exupéry

  20. Von dem, was man erworben, ist das Beste die Erinnerung, wie man's erworben

    August von Kotzebue