Sprüche über Macht
793 Sprüche — Seite 12
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Liebe hat die Eigenart, nicht vernünftig sein zu können
— Józef Ignacy Kraszewski
Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren
— Theodor W. Adorno
Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald der wächst.
Dass in den Kirchen gepredigt wird, macht deswegen die Blitzableiter auf ihnen nicht unnötig
— Georg Christoph Lichtenberg
Ein Baum der fällt macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald der wächst.
Das eben ist der Liebe Zaubermacht, dass sie veredelt, was ihr Hauch berührt, der Sonne ähnlich, deren goldner Strahl Gewitterwolken selbst in Gold verwandelt.
— Franz Grillparzer
Was kein Verstand erfasst, keine menschliche Weisheit erreicht, das ist der wahren Liebe zu allen Zeiten möglich: ihr Quell ist unversiegbar.
— Henriette Davidis
Zwei Schwächen, die sich gegeneinander lehnen, machen eine Stärke.
— Leonardo da Vinci
Eine Frau, so schwach sie ist, ist durch das Gefühl, das sie einflößt, stärker als der stärkste Mann
— Giacomo Casanova
Jetzt macht mir die Ausbildung mit Ihnen erst richtig Spaß, ich habe ein Opfer gefunden.
Wem nicht wenig genügt, den macht kein Reichtum satt.
— Christoph Martin Wieland
Macht ist eine Mahlzeit, die wachsenden Appetit verursacht.
— Charles de Talleyrand
Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte.
— Karl Marx
Gott ist der, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann
— Anselm von Canterbury
Macht korrumpiert nicht. Furcht korrumpiert, vielleicht die Furcht vor dem Machtverlust.
— John Steinbeck
Je mehr Macht die Menschen haben, um so mehr mißbrauchen sie diese und werden übermütig.
— Nicolaus Machiavelli
Die einfachen Freuden der Seele sind die süßesten. Sie lassen sich nicht motivieren, zergliedern, deuten, beschreiben, sie sind als Elemente unseres Glücksgefühls unzerlegbar und eben darum so mächt …
— Paul Keller
Hunger macht hart Brot zu Lebkuchen
Wer den Daumen auf dem Beutel hat, der hat die Macht.
— Otto von Bismarck
Haben Frauen erstmal wirklich gründlich ihren inneren männlichen Anteil entwickelt, hinkt das Original oft nur noch schlapp hinterher.
— Christa Schyboll