Sprüche über Macht
793 Sprüche — Seite 35
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Vorschriften, deren Einhaltung unmöglich ist, könnten beabsichtigt und der Machterhaltung dienlich sein.
— Else Pannek
Habgier zerstört den Gierigen, Habgier und Macht haben größere Dimensionen.
— Else Pannek
Das Wissen, wie man sich verstellt, ist das Wissen der Könige.
— Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu
Durch Belohnung oder Strafe kann man Menschen zwingen, zu erklären oder zu beschwören, dass sie glauben, und zu handeln, als ob sie glaubten: Mehr kann man nicht erreichen.
— Jonathan Swift
Gier macht den Menschen allezeit arm, und die Fülle dieser Welt macht ihn nicht reich.
Ohne Liebe ist der Reiche arm. Den Armen macht sie reich.
— Augustinus
Rache macht ein kleines Recht zu großem Unrecht.
Die Liebe gleicht einem Fieber; sie überfällt uns und schwindet, ohne dass der Wille im Geringsten beteiligt ist
— Stendhal
Die Blinden werden immer von den Sehenden geleitet werden, oder in die Grube fallen, und sicherlich ist keine Dienstbarkeit und keine Verknechtung schlimmer als die, welche den Verstand betrifft.
— Giacomo Leopardi
Alle Auflehnung gegen die Natur, gegen die Seinsbedingungen ist unfruchtbar und krankhaft.
— Sully Prudhomme
In dem Glauben an das ideale ist alle Macht wie alle Ohnmacht der Demokratie begründet.
— Christian Matthias Theodor Mommsen
Ein rechter Kontrakt macht den Prozess nichtig.
Ein Regen macht keinen Winter.
Jede wahre Kraft, der entgegengewirkt wird, verstärkt sich.
— Johann Heinrich Jung-Stilling
Unser Herrgott macht die Rechnungen nicht jeden Sonnabend
Die Ehre verpflichtet zur Sittlichkeit, der Ruhm noch mehr, die Macht am meisten.
— Berthold Auerbach
Man kann einen kleinen Mund und doch ein großes Maul haben
— Peter Sirius
Wer nie Fehler macht wird nie reich.
Die Männer regieren die Welt und die Frauen ihre Männer. Was wollen sie noch mehr?
— Bogumil Goltz
Bücher sind nicht Denkmäler der Vergangenheit, sondern Waffe der Gegenwart.
— Heinrich Laube