Sprüche über Macht
793 Sprüche — Seite 40
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Das Menschengeschlecht durchläuft in seiner äußeren und inneren Geschichte nur den von höherer Macht ihm vorgezeichneten Entwicklungsgang.
— Theodor Waitz
Ein Baum, der umfällt, macht mehr Lärm, als ein ganzer Wald, der wächst
Die Furcht steckt an wie der Schnupfen und macht aus dem Singularis allemal den Pluralis.
— Katharina Elisabeth Goethe
Der Stärkere hat allezeit die besseren Gründe.
— August Lafontaine
Der Mann hat seinen Willen – aber die Frau setzt sich durch.
— Oliver Wendell Holmes
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber ein Kamel macht eine Wüste!
— Alfred Capus
Hinderst du die anderen daran zu reden, nennt man das Redegewandtheit.
— Alfred Capus
Stark ist der Trotz – doch wundervoll, viel stärker ist der Liebe Macht.
— Felix Dahn
Macht macht schlecht. Absolute Macht macht absolut schlecht.
— John E. Edward, 1st Baron Acton of Aldenham Dalberg
Torheit ist es, sich der Natur entgegenzustemmen, nur dann herrscht der Mensch, wenn er den Gesetzen der Allgewaltigen gehorsamt, wenn er Einsicht hat in den Zusammenhang alles dessen, was ist.
— Udo Dammer
Sehnsucht haben heisst so heisses Blut kriegen, daaa alles ringsum verdorrt.
— Max Dauthendey
Frauen sind niemals stärker, als wenn sie sich mit ihrer Schwachheit bewaffnen.
— Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)
Die Zeit mildert viel, macht aber nichts ungeschehen
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer
Wo der Ochs König ist, sind die Kälber Prinzen.