Sprüche über Macht
793 Sprüche — Seite 28
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Liebe ist die Geschichte der Verfolgung des Mannes durch die Frau
— George Bernard Shaw
Vieles Gewaltige lebt, und nichts ist gewaltiger als der Mensch.
— Sophokles
Je älter ich werde, desto fragwürdiger erscheint mir die These: Alter macht weise.
— H. L. Mencken
Das Fortrücken in der Kalenderjahrzahl macht wohl den Menschen, aber nicht die Menschheit reifer.
— Johann Peter Hebel
Die Lüge kann nie zur Wahrheit werden dadurch, dass sie an Macht wächst
— Rabindranath Tagore
Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer als der Abschied von der Macht.
— Charles de Talleyrand
Der große Mann braucht überall viel Boden, und mehrere, zu nah gepflanzt, zerschlagen sich nur die Äste.
— Gotthold Ephraim Lessing
Wer anderen die Freiheit verleugnet, verdient sie nicht für sich selbst.
— Benjamin Franklin
Herz paßt nicht zu moderner Kleidung, es macht alt
— Oscar Wilde
Der wachsende Einfluß der Frauen ist das einzig Beruhigende an unserm politischen Leben.
— Oscar Wilde
Unterm Baum im grünen Gras sitzt ein kleiner Osterhas! Putzt den Bart und spitzt das Ohr, macht ein Männchen, guckt hervor. Springt dann fort mit einem Satz und ein kleiner frecher Spatz schaut …
Die Liebe macht zum Goldpalast die Hütte.
— Ludwig Christoph Heinrich Hölty
Eine Frau ist leicht zu beherrschen, wenn einem Mann daran gelegen ist. Ein Einziger kann sogar mehrere lenken.
— Jean de la Bruyère
Auch eine Kerze so groß wie eine Tasse kann den morgigen Tag nicht erleuchten
Denn es liegt, so wie wir beschaffen sind, nicht in unserer Macht, die Schranken zu durchbrechen, welche uns von der Erkenntnis der Welt trennen.
— Helene von Druskowitz
Wie könnte die Macht der Presse bestehen, wenn wir sie einfach ignorierten? Und wie wenig Anstrengung hätte uns das zu kosten!
— Richard Wagner
Geld macht nicht glücklich, aber es weint sich leichter.
Geld allein macht nicht glücklich, man muss es auch haben
Wer sich selbst beherrschen kann, beherrscht andere.
— William Hazlitt
Nur dort gibt es Liebe, wo die Wahl unwiderruflich ist, denn man muss Grenzen haben, um werden zu können.
— Antoine de Saint-Exupéry