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Sprüche über Macht

793 Sprüche — Seite 13

Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.

Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.

  1. Verachte dein eigenes Leben, und du bist Herr über das Leben anderer!

  2. Eine verliebte Frau fürchtet nicht die Hölle, und das Paradies erscheint ihr keineswegs wünschenswert

    Anatole France

  3. Einigkeit beim Vieh macht, dass der Löwe sich hungrig hinlegen muß.

  4. Machtgelüste sind die entsetzlichsten aller Leidenschaften.

    Tacitus

  5. Die guten Herrscher bringen den Menschen eine Ordnung, die sie fröhlicher macht.

  6. Wenn ein Mensch Macht über seine Affekte gewinnt, allein nach der Notwendigkeit seiner Natur existiert und dadurch die Freiheit der Seele erreicht, dann ist das gleichbedeutend mit Glückselig …

    Baruch de Spinoza

  7. In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht

    Kurt Tucholsky

  8. Erinnere dich, dass alles nur Meinung ist und dass es in deiner Macht steht zu meinen, was du willst.

    Mark Aurel

  9. Meine Absicht ist es, die Menschen von den falschen Vorstellungen zu befreien, die ihnen Gott als einen absoluten Herrscher darstellen, despotisch Macht ausübend, wenig geeignet und wenig wert, gelieb …

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  10. Frauen sind das Paradies der Augen, das Fegefeuer des Beutels und die Hölle der Seele.

  11. Es ist mir nie gelungen zu verstehen, wie ein verstandesbegabter Mensch aus der Ausübung von Macht über andere sein Glück beziehen kann.

    Thomas Jefferson

  12. Die Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, die vom Bewusstsein der eigenen Macht herrührt.

    Paul Cezanne

  13. Der Besitz besitzt. Er macht die Menschen kaum unabhängiger.

    Friedrich Nietzsche

  14. Wer Hass allzu sehr fürchtet, versteht nicht zu herrschen.

    Seneca

  15. Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden

    Kurt Tucholsky

  16. Wer die anderen neben sich klein macht, ist nie groß.

    Johann Gottfried Seume

  17. Ein Lehrer arbeitet für die Ewigkeit. Niemand kann sagen, wo sein Einfluss endet.

    Henry Adams

  18. Der Misserfolg hat einen Segen, der mir verklärt den trübsten Tag: Er macht uns beliebter bei den Kollegen, als ein Erfolg es je vermag.

    Oscar Blumenthal

  19. Du hättest recht, wenn die Dummheit eine Geistesschwäche wäre. Leider ist sie aber eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen …

    Johann Nepomuk Nestroy

  20. Wenn Freund zu Freund kommt, stirbt des Verleumders Macht.

    Friedrich Rückert