793 Sprüche — Seite 22
Wo Einfluss wächst, zeigt sich oft schneller als irgendwo sonst, wer ein Mensch wirklich ist. Macht kann ordnen, schützen und gestalten, sie kann aber ebenso verführen, verhärten und den Blick für Verantwortung verstellen. Gerade darum ist sie eines der aufschlussreichsten Themen für moralische und politische Betrachtung.
Entlarvend wird sie vor allem dort, wo sie nicht mehr als Dienst, sondern als Besitz missverstanden wird. Die Sprüche zu diesem Thema untersuchen das Verhältnis von Stärke und Maß, Herrschaft und Pflicht und erinnern daran, dass wahre Größe sich im Umgang mit Macht bewährt, nicht im bloßen Besitz von ihr.
Öffentliche Meinung kann Gold zum Schmelzen bringen.
So mächtig du auch bist, es gibt immer noch einen Mächtigeren.
Aber alles besiegt die Liebe.
— Vergil
Wie groß du für dich seist, vorm Ganzen bist du nichtig; Doch als des Ganzen Glied bist du als kleinstes wichtig.
— Friedrich Rückert
Wer der Meinung ist, dass für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist.
— Benjamin Franklin
Geduld, Vernunft und Zeit macht möglich die Unmöglichkeit.
— Simon Dach
Der Wert der menschlichen Arbeit wächst mit der Weite des Wirtschaftsgebietes. Wir müssen uns mit aller Macht aus der Isolierung lösen.
— Ludwig Erhard
All zu vieles Schlafen macht dumm, und all zu vieles Wachen führet zuletzt zu dem Wahnwitz.
— Johann Georg Zimmermann
Gewohnheit ist der große Führer im Menschenleben.
— David Hume
Das Wort: Wir sind zufrieden! Macht uns're Weisheit aus. Wir seufzen doch hienieden Vom Glück nicht viel heraus.
— August Friedrich Langbein
Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren.
— Benjamin Franklin
Nichts macht schneller alt als der immer vorschwebende Gedanke, dass man älter wird.
— Georg Christoph Lichtenberg
Ein verständiger Mann läßt sich selbst nicht beherrschen, noch sucht er andere zu beherrschen; er will, dass einzig und allein und allezeit die Vernunft herrsche.
— Jean de la Bruyère
Wer Diener hat, hat unverhohlene Feinde.
Der Mißbrauch unserer Fähigkeiten macht uns unglücklich und böse
— Jean-Jacques Rousseau
Die Vielen können nichts, der Einzelne kann alles.
— Carl Spitteler
Wahre Herzensdemut kann nur der Gedanke an Gott und der Blick in die große Natur geben.
— Karl Julius Weber
Faulenzen macht müde... Arbeit nie...
Reisen, mein Lieber, macht mich gesund. Ich bin nie gesunder, als wenn mich das Posthorn weckt.
— Georg Christoph Lichtenberg
Die Augen reden mächtiger als die Lippen.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann