Sprüche über Geld
707 Sprüche — Seite 22
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Wenn Bescherung ist, soll man den Sack auftun und das Zuknüpfen nicht vergessen.
Zahnarzt: Ein Taschenspieler, der, während er Metall in deinen Mund hineinsteckt, Münzen aus deiner Tasche herauszieht.
— Ambrose Bierce
Arbeit ist bei Armut gut.
Wo Arbeit das Haus bewacht, kann Armut nicht hinein.
Zu einem Hund, der Geld hat, sagen die Leute "Herr Hund"
Geld her, Geld her, klingen die Glocken, wenn gleich der Pfaff tot ist.
Wo Geld kehrt und wendt, hat die Freundschaft bald ein End.
Schlecht geht der Kranke mit sich selbst um, der den Arzt als Erben einsetzt.
— Publius Syrus
Die Scham ist schnell verflogen, aber die Schulden sind lange nicht zurückgezahlt.
Jeder weiß, dass Gold und Silber nur Reichtümer der Einbildung sind.
— Charles-Louis de Montesquieu
Das Geld, was man für seine Hochzeit ausgibt, ist sehr häufig die erste Einzahlung in die wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt
— Johann Nepomuk Nestroy
Für Börsenspekulationen ist der Februar einer der gefährlichsten Monate. Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Oktober.
— Mark Twain
Der Reiche setzt eher sein Leben für seinen Reichtum als seinen Reichtum für sein Leben aufs Spiel.
— Frank Wedekind
Wo kein Geld, da kein Schweizer
— Jean Racine
Wer Geld und keine Kinder hat, der ist nicht wirklich reich , wer Kinder und kein Geld hat, der ist nicht wirklich arm .
Geld ist eine Wohltat, die wir genießen, indem wir uns von ihr trennen.
— Ambrose Bierce
Geld ist der größte Held.
Genug zu haben,ist Glück, mehr als genug zu haben, ist unheilvoll. Das gilt von allen Dingen, aber besonders vom Geld.
— Laotse
Geld im Säckel duzt den Wirt.
Die Menschen vergessen eher den Tod des Vaters als den Verlust des väterlichen Erbteils.
— Nicolaus Machiavelli