Sprüche über Geld
707 Sprüche — Seite 28
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Borgen macht Sorgen, drum soll man nicht mehr verzehren, als der Pflug kann ernähren.
Mit Geld und Worten kann man alles bekommen.
Das Geld verdeckt die grössten Löcher.
Fettes Leben macht mageres Testament.
Ein kleines Loch stopf' zu, denn gross wird es im Nu.
Das Geld hat Beine!
Vor fremden Gut bewahr' die Hände, sonst nimmst du bald ein schlimmes Ende.
Der Teufel scheisst immer dahin, wo schon gedüngt ist.
Der Geizige muss Hunger leiden, weil der Teufel den Schlüssel zum Geldsack hat.
Wer viel kauft, was er nicht braucht, muss bald verkaufen, was er braucht.
Prozesse, Karten und Wirtshaus, bringen den Bettelstock ins Haus.
Mancher kommt erst zum Brot, wenn er keine Zähne mehr hat.
Man "hat" ist besser als man "hätte".
Wer ausgibt und nicht Rechnung führt, der wird bald arm, ohn' dass er's spürt.
Gibst du viel im kleinen aus, kommst du bald um Hof und Haus.
Ein gesunder Schlaf ist mir lieber als ein Taler.
Der Kompost ist die Sparbüchse des Bauern.
Am Samen spare, nicht am Mist, ein kluger Bauer du dann bist.
Leihst du einem Freunde Geld, musst du dich sogleich entschließen - leider ist's der Lauf der Welt - eins von beiden einzubüßen.
Alle Menschen in der Welt streben nur nach Gut und Geld, und wenn sie es dann erwerben, legen sie sich hin und sterben.