Sprüche über Geld
707 Sprüche — Seite 38
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Gib nie das Fell, wo du mit der Wolle zahlen kannst
Man muss mit fremden Sachen behutsamer umgehen als mit seinen eigenen
Gold liegt tief im Berge, aber der Kot am Wege.
Es ist nicht alles Gold, was da gleißt.
Wenn Gold redet, schweigt alle Welt.
Ein Quentlein Gold wiegt mehr als ein Zentner Recht.
Zuviel ist bitter, und wenn es lauter Honig wäre.
Besser ohne Abendessen zu Bette gehen als mit Schulden aufstehen
Der Arme behält seine Hühner, der Reiche seine Tochter nicht lange.
Reicher Leute Krankheit und armer Leute Braten riecht man weit.
Der Arme isst, wann er was hat, der Reiche, wann er will.
Armer Leute Gäste gehen früh nach Haus.
Gift findet man nicht in armer Leute Küchen.
Es verdirbt viel Weisheit in eines armen Mannes Tasche.
Zwischen Armut und Reichtum ist das beste Leben.
Wer Armut ertragen kann, ist reich genug.
Der Armut geht wenig ab, dem Geize alles.
Armut und Alter, das sind zwei schwere Bürden, es wär' an einer genug.
Was aus Armut geschieht, soll man leicht vergeben.
Wer die Augen nicht auftut, muss den Beutel auftun.