707 Sprüche — Seite 3
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Schmutzige Arbeit, blankes Geld.
Dem wachsenden Geld folgt die Sorge.
— Horaz
Viele Menschen verachten den Reichtum, aber wenige sind stark genug, darauf zu verzichten
— François de la Rochefoucauld
Das glänzendste Geschäft in dieser Welt ist die Moral.
— Frank Wedekind
Man muss des Geldes Herr, nicht Diener sein!
— Seneca
Antiquitäten sind Sachen von gestern nach dem Geschmack von heute zu den Preisen von morgen.
— Joseph Pulitzer
Der Geist denkt, das Geld lenkt.
— Oswald Spengler
Leichtsinn ist, die heutigen Bedürfnisse aus den Einkünften von morgen zu befriedigen.
— Ambrose Bierce
Jeder Glaube, der dem Geld oder der Macht dient, nimmt Schaden an seiner Seele.
— Stefan Zweig
Nur der Unbegabte stiehlt, der Kluge macht Geldgeschäfte.
— Kurt Tucholsky
Werbung is der Versuch, das Denkvermögen des Menschen so lange außer Takt zu setzen, bis er genügend Geld ausgegeben hat.
— Ambrose Bierce
Geld ist nichts. Aber viel Geld, das ist schon etwas anderes
— George Bernard Shaw
Mancher, der einem andern Dienste erwiesen hat, ist sogleich bei der Hand, sie ihm in Rechnung zu stellen.
— Mark Aurel
Der Vorteil des Alters liegt darin, dass man die Dinge nicht mehr begehrt, die man sich früher aus Geldmangel nicht leisten konnte
Möge Gott deinen Lebensunterhalt nicht verringern und auch die Gesellschaft deiner Freunde nicht.
Ich hab etwas gegen Millionäre - aber wenn ich die Chance hätte, einer zu werden, könnte ich für nichts garantieren.
— Mark Twain
Geld, das stumm ist, macht recht, was krumm ist.
Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man
— Arthur Schopenhauer
Reich ist, wer keine Schulden hat, glücklich, wer ohne Krankheit lebt.
Man wird in der Regel keinen Freund dadurch verlieren, dass man ihm ein Darlehn abschlägt, aber sehr leicht dadurch, dass man es ihm gibt
— Arthur Schopenhauer