Sprüche über Geld
707 Sprüche — Seite 29
Kaum etwas ordnet den Alltag so nüchtern und beeinflusst zugleich so stark die Vorstellungen von Freiheit, Sicherheit und Ansehen wie Geld. Es erleichtert vieles, ersetzt aber weder Sinn noch Charakter und wird gerade dadurch zu einem aufschlussreichen Maßstab menschlicher Wünsche. Deshalb ist dieses Thema stets auch ein moralisches.
Seine Ambivalenz zeigt sich darin, dass es nützen und verführen, schützen und entstellen kann. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Maß, Wert und Abhängigkeit und erinnern daran, dass Reichtum ohne innere Ordnung oft ärmer wirkt als Bescheidenheit mit klarem Blick für das Wesentliche.
Fleiss bringt Brot - Faulheit Not.
Viel Fleiss und wenig Gewissen macht den Beutel voll.
Ein Vater ernährt eher zehn Kinder als zehn Kinder einen Vater.
Geld im Beutel vertreibt die Schwermut.
Geld ist Königin, Tugend und Kunst ihre Schüsselwascherinnen.
Hast du Geld, so tritt herfür, hast du keins, so such die Tür.
Wer kein Geld hat, dem entfällt keine Münze.
Wer kein Geld hat, dem fällt es nicht durch die Finger.
Wer kein Geld hat, braucht nicht zu Markt zu gehen.
Für Geld kann man den Teufel tanzen sehen.
Man muss dem Gelde gebieten, nicht gehorchen.
Wer nach Geld heiratet, verliert seine Freiheit.
Ist das Geld die Braut, so taugt die Ehe selten was.
Zwei Schelme braucht Geld und Gut, einen, der's gewinnt, und einen, der's vertut.
Geld hat einen feigen Hals.
Geld hat manchen an den Galgen gebracht.
Am Gelde riecht man es nicht, womit es verdient ist.
Man muss das Geld von den Leuten nehmen, von den Bäumen schütteln kann man es nicht.
Schlechtes Geld kommt immer wieder.
Es ist alle Tage gut Geld annehmen.