1598 Sprüche — Seite 102
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Das Leben geschieht in größeren Zusammenhängen, als sie der Mensch fügen und verstehen kann.
— Alfred Friedrich Delp
Was die Sau verbrochen, am Ferkel wird's gerochen.
Die drei großen Krisen im Leben eines Mannes: Frau weg, Job weg und Kratzer im Lack!
Nur ein Künstler kann den Sinn des Lebens erraten.
— Novalis
Unser ganzes Leben ist ein nie wiederkehrender Geburtstag, den wir darum heiliger und freudiger begehen sollen.
— Jean Paul
Ostern zeigt uns, dass man das Leben nicht nach Dingen ausrichten soll, sondern nach Idealen
Ein Bild wird erst durch den Betrachter fertig.
— Otto Ludwig
Das Leben gleicht einem Buche; Toren durchblättern es flüchtig, der Weise liest es mit Bedacht, weil er weiß, dass er es nur einmal lesen kann.
— Jean Paul
Mit der Lust zu leben nimmt auch die Lust zu arbeiten zu und der Mut, mehr zu unternehmen
— Theodor Fontane
Wir sind nicht auf der Welt, um glücklich zu werden, sondern um unsere Pflicht zu tun.
— Immanuel Kant
Je mehr wir unsere Kinder lieben, um desto weniger kann uns das genügen, dass sie nur in Fußstapfen treten; sondern die Kinder sollen besser werden, als die Eltern waren, und so ein jedes heran …
— Friedrich Schleiermacher
Sei treu bis in den Tod, dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.
Glück ein Leben lang! Niemand könnte es ertragen: es wäre die Hölle auf Erden.
— George Bernard Shaw
Angenehm ist am Gegenwärtigen die Tätigkeit, am Künftigen die Hoffnung und am Vergangenen die Erinnerung.
— Aristoteles
Egoismus besteht nicht darin, dass man sein Leben nach seinen Wünschen lebt, sondern darin, dass man von anderen verlangt, dass sie so leben, wie man es wünscht.
— Oscar Wilde
Doch wozu denn hetzen, eilen, schöner ist es zu verweilen, und vor allem dran zu denken, sich ein Päckchen Zeit zu schenken.
— Ursel Scheffler
Unser Charakter ergibt sich aus unserem Benehmen.
— Aristoteles
Geben lernt man, wie viele große Dinge, nur durch Übung. Dann aber wird es eine der größten Lebensfreuden.
— Carl Hilty
Es wird mit Recht ein guter Braten gerechnet zu den guten Taten; und dass man ihn gehörig mache, ist weibliche Charaktersache ...
— Wilhelm Busch
Das Leben gleicht einem Blitz. Wie bald sind beide dahin