1598 Sprüche — Seite 79
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Die, die von Sterben reden, leben am längsten.
— John Knittel
Am Leben zu sein, heißt Narben tragen.
— John Steinbeck
Das Leben eines jeden Menschen ist ein von Gotteshand geschriebenes Märchen.
— Hans Christian Andersen
Männer leben nicht in Luftschlössern, sie bauen sie für die Frauen.
Die Menschen werden immer finden, dass die ernsteste Sache in ihrem Dasein die Freude ist
— Gustave Flaubert
Träume sind wahr, solange wir sie träumen und leben wir nicht immer im Traum?
— Alfred Lord Tennyson
Und nun vorwärts, hinein ins Leben mit all seiner Freude, seiner Jugend und Schönheit
— Sören Kierkegaard
Ich erkenne die Wahrheit nur dann, wenn sie in mir zum Leben erwacht.
— Sören Kierkegaard
Unser Leib ist so: Je mehr wir ihn pflegen, desto mehr meint er nötig zu haben
— Theresia von Avila
Man kann noch weit gehen, wenn man müde ist.
Ein Pferd von dreißig Jahren verändert nicht mehr seinen Gang.
Ein Rat ist, was der Weise nicht braucht und der Narr nicht annimmt
Große Dinge sprechen sich am besten durch Schweigen aus
Lohnt es sich mit dem Vorgesetzten zu streiten, wenn man innerlich sowieso Recht hat?
Wirf auf Gott keinen Kies, denn er wird Steine auf dich werfen.
Mach keine längeren Schritte, als du Beine hast
Sollen dich die Dohlen nicht umschrei'n, musst du nicht Knopf auf dem Kirchturm sein.
— Johann Wolfgang von Goethe
Ein Mühlstein und ein Menschenherz wird stets herumgetrieben; wo beides nichts zu reiben hat, wird beides selbst zerrieben.
— Friedrich von Logau
Das Schicksal ist das, was sich nicht umgehen läßt.
— Oswald Spengler
Wer schnell entschlossen ist, der strauchelt leicht.
— Sophokles