Sprüche über Leben
1598 Sprüche — Seite 120
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Der Stolz der Armen dauert nicht lange
Das Jahr hat ein weites Maul.
Vergnügt sein, geht über Reichtum
Wo es Brauch ist, legt man die Kuh ins Bett
Unter Schwätzern ist der Schweiger der Klügste.
Es ist keiner so klein, als dass er nicht ein Licht anmachen könnte.
Nicht wer alt ist, weiß viel, sondern wer viel herumgekommen ist.
Die Welt ist ein Meer - unsere Herzen sind die Küste.
Dem Gesunden ist jeder Tag ein Fest
Wer sich vor einem Menschen verneigt, kehrt dabei einem anderen den Rücken zu
Gleich, an welchem Punkt eines Irrweges man umkehrt, es ist immer ein Gewinn.
Tausend Freunde, das ist wenig; ein Feind, das ist viel.
Aus dem Schwein wird kein Häusler, aus dem Häusler kein Herr
Aus der Hand von Hunden und alten Leuten empfang immer alles, was sie geben.
Aus des Fremden Tier bekommt man wohl ein Tier, aber aus des Fremden Brot bekommt man kein Brot.
Aus einem Alten wird nicht mehr ein Junger, aber aus einem Jungen wohl ein Alter.
Aus einem Bauern wird wohl ein Herr, aber aus einem Herrn wird nicht mehr ein Bauer.
Aus einem dürftigen Sommer wächst ein magerer Herbst.
Auf langes Feiern folgen Tränen
Auf einen Ermüdeten wird gewartet, mit einem Toten kann man nichts machen