1598 Sprüche — Seite 80
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Dunkel sind die Wege, die das Schicksal geht.
— Euripides
Die wichtigste Fähigkeit ist die, welche alle anderen ordnet.
— Blaise Pascal
Manche meinen, wenn sie ein Echo hören, der Ton stamme von Ihnen.
— Ernest Miller Hemingway
Über die ZUKUNFT zu reden, ist der beste Vorwand, sich von der Gegenwart zu drücken.
— Mark Twain
Die Welt kann man nicht verändern, aber gewisse Sauereien kann man abstellen
— Georg Simmel
Kein Mensch ist unersetzbar.
— Wilhelm von Humboldt
Der Mensch wird wie der Stahl hart - durch öfteres Abkühlen nach Erhitzung.
— Jean Paul
Dies sei mein Leben: Mir nichts zu vergeben, keine Wesen zu scheuen, kein Ding zu bereuen!
— Gorch Fock
Die meisten Meinungen kommen zustande, indem man vergisst, wo man sie gehört oder gelesen hat.
— Moritz Heimann
Der Mensch muss sich stets auf neue Überraschungen gefasst machen.
— Max Planck
"Pietät" ist unter Umständen die raffinierteste Art des Egoismus.
— Hermann Sudermann
Bei einer liebenden Frau hat die Vernunft nur wenig zu sagen.
— John Knittel
Es ist gar viel leichter, ein Ding zu tadeln als es selbst zu erfinden.
— Albrecht Dürer
Besser ein freier Teufel, als ein gebundener Engel.
— Peter Hille
Geduld ist die Pforte der Freude.
— Christian Friedrich Wilhelm Jacobs
Die Einsamkeit ist der vertraute Umgang mit sich selbst.
— Robert Schumann
Der wahre Stolz ergreift für sich nicht selbst das Wort.
— Karl Ferdinand Gutzkow
Was man nicht weiß, das eben braucht man, und was man weiß, kann man nicht brauchen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Nur die Dummen haben sofort eine Überzeugung fertig.
— Michel de Montaigne
Das Unerwartete zu erwarten, verrät einen durchaus modernen Geist.
— Oscar Wilde