1598 Sprüche — Seite 57
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Kalte Umschläge sind besser als warme Ratschläge.
— Peter Rosegger
Luxus und schlechter Geschmack sind unzertrennlich. Überall, wo der Geschmack viel Aufwand erfordert, ist er falsch.
— Jean-Jacques Rousseau
Nur die Gesundheit ist das Leben.
— Friedrich von Hagedorn
Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist unmöglich, es anderswo zu finden.
— Nicolas Chamfort
Versuchen, die Zeit totzuschlagen ... also das Leben totzuschlagen, das ist die schwerste 'Erkrankung' die es gibt.
— Prentice Mulford
Die Alten sind die einzigen Alten, die nie alt werden.
— Karl Julius Weber
Das Leben ist eine Schule. Wohl dem, der die Prüfung besteht.
Es gehört zu deiner Berufung, das Evangelium von den Dächern zu rufen, nicht durch das Wort, sondern durch dein Leben
— Charles de Foucauld
Das Leben ist eine Brücke von Seufzern über einen Strom von Tränen.
— Philip James Bailey
Es ist schlimm um eine Nation bestellt, in der die Jugend konservativer ist als das Alter
— Heinrich von Treitschke
Wenige Bücher vermögen das ganze Leben hindurch zu gefallen. Es gibt solche, deren mit der Zeit die Weisheit oder der gesunde Sinn überdrüssig wird.
— Joseph Joubert
Das Gestern ist fort, das Morgen nicht da. Leb' also heute!
— Pythagoras
Man muss das Tiefe verstecken. Wo? An der Oberfläche!
— Hugo von Hofmannsthal
In der Mitte wirst du am sichersten gehen
— Ovid
Dafür bin ich ein Mann, dass ich aushalte in dem, was ich begonnen, dass ich einstehe mit Leib und Leben für das Trachten meines Geistes.
— Heinrich Laube
Die Todesstunde ist die Geburt zu einem neuen Leben.
Glücklich, wer noch mit dem Auge der Sehnsucht sieht.
— Rupert Johann Hammerling
Wer aus Gründen handelt, handelt noch lange nicht vernünftig; denn Gründe sind oft unvernünftig.
— Charles Joseph Fürst von Ligne
Die Menschen leben nicht davon, dass sie für sich selbst sorgen, sie leben von der Liebe, die in den Menschen ist.
— Leo Tolstoi
Die Faulen sehnen sich nach Gesellschaft.
— John Steinbeck