Sprüche über Leben
1598 Sprüche — Seite 93
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Eine Frau kann hundert Männer täuschen, aber nicht eine einzige Frau
Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein. Und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.
Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum hindurchzuschaun. Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da - und nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus. …
— Christian Morgenstern
Tugend will ermuntert sein, Bosheit kann man schon allein!
— Wilhelm Busch
Was du nicht willst, dass man dir tu das füg auch keinem andern zu.
Sei heiter und vergnügt und nimm teil an der Freude der anderen. Dabei fällt dann immer auch etwas eigene Freude ab.
— Theodor Fontane
Liebe ist weder eine Sache der Vernunft, noch darf sie sich verlieren in Ehrgeiz oder Drang nach Großem. Sie ist ein zweites Leben, wächst in die Seele hinein, wärmt jede Ader und schlägt mit jedem P …
— Joseph Addison
Ein Bußgeld für jeden, der sich Gedanken über das Leben macht. Lasst doch das Leben endlich in Ruhe!
— Jules Renard
Im Wachstum des Lebens hat jede Stufe ihre Vollendung: die Blüte sowohl als die Frucht.
— Rabindranath Tagore
Die Ehe ist ein Kampf auf Leben und Tod.
— Honoré de Balzac
Alles, was das Leben ist, sind die Träume nach Rache.
— Paul Gauguin
Immer wird uns das Vertrauen eines der größten und beglückensten Geschenke menschlichen Zusammenlebens bleiben.
— Dietrich Bonhoeffer
Wir sind geboren, um gemeinsam zu leben, und unsere Gesellschaft ähnelt einem Gewölbe, in dem Steine einander am Fallen hindern.
— Seneca
Wer mich tadelt, gibt zu erkennen, dass etwas Gutes in mir sei.
— Friedrich von Logau
Nicht, was er mit seiner Arbeit erwirbt, ist der eigentliche Lohn des Menschen, sondern was er durch sie wird.
— John Ruskin
Gegen die Zukunft kann man nicht kämpfen. Die Zeit ist auf ihrer Seite.
— William Ewart Gladstone
Alt wird man wohl, wer aber klug?
— Johann Wolfgang von Goethe
Ich möchte glücklich sein, um glücklich machen zu können. Kein Glück ohne Gast.
— Christian Morgenstern
Sei immer bescheiden, verlang nie zu viel, dann kommst du zwar langsam, aber sicher zum Ziel
Wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben
— Franz von Assisi