1598 Sprüche — Seite 68
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Alles, was im Menschen tüchtig ist, wird gesteigert, gibt er sich einer großen Aufgabe hin
— Gustav Freytag
Sehnsucht und Ahnung liegen ineinander, eins treibt das andre hervor
— Bettina von Arnim
Vorsicht und Mißtrauen sind gute Dinge, nur sind auch ihnen gegenüber Vorsicht und Mißtrauen nötig
— Christian Morgenstern
Zur Lebenskunst gehört es, sich stets mit den richtigen Leuten zu vergleichen - im Glück wie im Unglück
— John Steinbeck
Tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein.
— Christian Morgenstern
Das Greisenalter, das alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben.
— Marcus Tullius Cicero
Viele möchten leben, ohne zu altern. Und sie altern dabei, ohne zu leben.
Etwas Ungeheures entsteht da vor uns und mit uns - eine geistige Gebirgslandschaft, die man ein Leben lang nicht zu Ende ergründen und auslernen kann.
— Christian Morgenstern
Ein kleiner, selbsterfahrener Spruch ist mehr wert als ein gutes Buch, das einer menschenfern geschrieben und so dem Leben fremd geblieben
— Friedrich Wilhelm Güll
Die einfachen Charaktere, nicht die Zusammengesetzten, sind schwer zu verstehen.
— Hugo von Hofmannsthal
Der Fluss des Lebens mündet ins Meer der Ewigkeit.
Ein hungriger Mann sieht weit.
Ost ist Ost, und West ist West, und niemals treffen sich die beiden.
— Rudyard Kipling
Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.
— Jean Anouilh
Das Gerücht wächst im Gehen
— Vergil
Es ist sehr leicht, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, das man mit anderen treibt.
— Emil Gött
Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben.
— Theodor Fontane
Es ist der Geist der Weihnacht, der uns mit Leben erfüllt und im Mantel der Liebe überwintern lässt.
Ein Kritiker ist jemand, der zum Nörgeln neigt.
— Samuel Johnson
Die Zeit ist schlecht? Wohlan. Du bist da, sie besser zu machen
— Thomas Carlyle