1598 Sprüche — Seite 119
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Fehlt das Brot im Haus, zieht der Friede aus.
Wenn die Scheune brennt, ist das Haus in Gefahr.
Der Betrunkene sagt, was der Nüchterne denkt.
Nicht alle Tiere fressen Heu.
Will man einen Hund schlagen, findet man immer einen Stock.
Bei einer Wette gibt es einen Narren und einen Dieb.
Bis zum Meer für einen Bruder, durch das Meer für eine Geliebte.
Hast du den Bären heute in Nachbars Garten gesehen? Erwarte ihn morgen in deinem!
Vor Gott kannst du sagen: "ich kann nicht!", aber nicht vor den Menschen.
Gibst du fremden Hunden Brot, werden dich bald deine eigenen fressen.
Zweimal "Nein" ist besser als einmal gelogen
Auf einen Verdiener folgt ein Verschwender.
Wenn der Bart das Wichtigste wäre, könnten die Ziegen predigen.
Wahrheit ist immer obdachlos.
Beim Schiffbruch ist es zu spät, schwimmen zu lernen.
Käme es auf den Bart an, könnte die Ziege predigen.
Einmal geschrieben ist so gut wie zehnmal gelesen.
Iss den Fisch, während er frisch ist, und verheirate deine Tochter, solange sie jung ist.
Eine faule Junge und ein warmes Bett sind schwer zu trennen.
Der größte Schritt ist der durch die Tür