Sprüche über Leben
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Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Für ein »Danke« kann man keinen Pelzmantel kaufen.
Es kommt alles an den Tag, auch die Wahrheit, die unterm Schnee verborgen lag.
Mir ist kein Opfer zu groß, das die anderen für mich bringen können.
Derjenige, der ein reines Gewissen hat, besitzt oft nur ein schlechtes Gedächtnis.
Mir ist kein Opfer zu groß, das die anderen für mich bringen können.
Das Glück dreht sich wie ein Mühlrad.
Auf kleinem Feld muss man viel säen.
Die Schwiegermutter spricht Honig, aber sie meint Galle.
Geflüsterter Rat ist keine Erbse wert.
Achte auf die Gesichter derer, die sich verneigen.
Bringe die Heuernte ein, solange die Sonne scheint.
Wo zwei drum wissen, ist nur noch Gott dabei. Wenn aber drei zusammen sind, werden es rasch hundert wissen.
Um Stierkämpfer zu werden, muss man erst lernen, Stier zu sein.
Der Wind ändert sich jeden Tag, die Frau jede Sekunde.
Das Salzkorn ist klein, aber man spürt es in der Suppe.
Eine einsame Seele singt nicht und weint nicht.
Versprich nichts! Ein gegebenes Wort ist ein Gefängnis mit unsichtbaren Gitterstäben
Ein rechter Kontrakt macht den Prozess nichtig.
Vom Armen zum Reichen zwei Hände; vom Reichen zum Armen zwei Finger
Niemand kann mir nehmen, was ich getanzt habe.