Sprüche über Leben
1598 Sprüche — Seite 126
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Hör dir die andere Seite an - aber glaube wenig.
Diskretion ist die Mutter der Esel.
Wer den Besen kauft, kauft auch den Stiel
Die Zeit ist eine geräuschlose Feile.
Mäßig Feuer kocht am besten.
Es ist keine Kunst, zu spielen, aber eine sehr gute Kunst, das Spielen aufzugeben.
Aus schlechten Gebräuchen entstehen gute Gesetze.
Man versucht, von Weibern und von Fischen, das Mittelstück gern zu erwischen.
Unser Herrgott macht die Rechnungen nicht jeden Sonnabend
Wer alles zu tun begehrt, was ihn gelüstet, muss entweder als König oder als Narr geboren sein.
Der Kluge horcht nach der Vergangenheit, handelt nach der Gegenwart und denkt an die Zukunft.
Es ist besser, zu nehmen und zu bereuen als aufzugeben und zu bereuen
Freunde binden ihre Geldbeutel mit einem Spinnengewebe zu.
Ärzte und Pflasterer bedecken ihren Pfusch mit Erde.
Wer sich sorgt, der wird nicht geheilt
Böse Nachbarschaft ist schlimmer als Bauchschmerzen
Die Gewohnheiten sind das halbe Leben.
Einem vollen Bauch scheint alles Fleisch schlecht
Mit der Hässlichen begeht man eher Buße als Sünde
Eine Katze niesen zu hören ist ein gutes Vorzeichen