Sprüche über Leben
1598 Sprüche — Seite 95
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Der Mensch ist von einer Kompliziertheit, die nur Individualitäten zuläßt.
— Friedrich Dürrenmatt
Aber Glück hat auf die Dauer doch zumeist wohl nur der Tüchtige.
— Helmuth James Graf von Moltke
Kinder erfrischen das Leben und erfreuen das Herz.
— Friedrich Schleiermacher
Das Leben, Gott sei Dank, ist kein Tummelplatz großer Gefühle, sondern eine Alltagswohnstube, drin das so genannte große Glück davon abhäng, ob man friert oder warm sitzt, ob der Ofen raucht, oder gut …
— Theodor Fontane
Du glaubst noch an das Gute? Inzwischen weiß jedermann: Das Leben ist ein Schiffbruch - rette sich, wer kann!
Sieh dich wohl vor, du greifst die wilde Sau am Ohr.
Der Mensch ist einmal so von Gott geartet, daß er der Liebe nicht entraten kann und nicht entbehren soll, und zwar sein ganzes Leben hindurch
— Adolph Kolping
Mit geschlossenen Augen können wir die Wahrheit am besten sehen.
— Julian Scharnau
Wir leben immer für die Zukunft: Ewiges Stimmen und nie beginnt das Konzert
— Ludwig Börne
Ein kleiner Ring begrenzt unser Leben, und viele Geschlechter reihen sich dauernd an ihres Daseins unendliche Kette.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Tag geht vorüber, das Leben flieht dahin, und doch freut der Narr sich auf den Feiertag.
Je länger das Leben dauert, desto kürzer wird es.
Wir haben das Leben nicht verloren. Es wohnt vor uns im Gotteslicht.
Das Glück ihm günstig sei, was hilft's dem Stöffel? Denn regnet's Brei, fehlt ihm der Löffel.
— Johann Wolfgang von Goethe
Jedes Ding kann nur von einer äußeren Ursache zerstört werden.
— Baruch de Spinoza
Das Gerücht ist eine halbe Lüge.
— Thomas Fuller
Unsere Sehnsüchte sind unsere Möglichkeiten.
— Robert Browning
Das Nachahmen ist allezeit, wie mich dünkt, eine sehr nützliche Sache.
— Georg Christoph Lichtenberg
Nichts ist edler als Übeltaten zu verzeihen, die uns nicht betreffen
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Die Schurken sind immer praktisch tüchtiger als die ehrlichen Leute, weil ihnen die Mittel gleichgültig sind.
— Franz Grillparzer