Sprüche über Leben
1598 Sprüche — Seite 91
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Das Leben läuft fast ab wie ein Bankett: Ich bin mittlerweile leider beim Käse angelangt, aber er schmeckt mir auch.
— Edvard Grieg
Es ist ein Zeichen von Mittelmäßigkeit, nur mäßig zu leben.
— Benjamin Franklin
Der Abend des Lebens bringt seine Lampe mit.
— Joseph Joubert
Die Jahre meines Laufes sind am Ziel wie Pfeile, wenn sie stecken in der Scheibe.
— Michelangelo
Das Leben ist vielleicht auch nur ein höchster Begriff wie Raum und Zeit; es ist die Kategorie der Möglichkeit
— Christian Friedrich Hebbel
Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauer und tausend Gärtner
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Angst mahnt zur Vorsicht. Vorsichtige leben länger.
— Wilhelm Hasenclever
Leben ist die Lust, zu schaffen.
— Karl Spitzweg
Leben ist die Kunst zu schaffen.
— Karl Spitzweg
Man muss im Leben wählen zwischen Langeweile und Leiden
— Germaine Madame de Stael
Modern zu sein ist das einzige, was heutzutage das Leben lebenswert macht.
— Richard Rothe
Verschwendete Zeit ist Dasein; gebrauchte Zeit ist Leben.
— Edward Young
Ewig musst du mich jetzt lieben, weil du von mir abgeschrieben! Doch du kannst es lassen bleiben, lässt du mich von dir abschreiben!
Kleine Häuser haben auch Fenster.
Poesie ist stärker als die drei stärksten Dinge: das Böse, das Feuer und der Sturm.
Wer zwei Häuser hat, dem regnet's in eins.
Wer Bier trinkt lebt hundert Jahre.
In den Krieg zu ziehen, auf dem Meer zu fahren und zu heiraten soll man niemandem raten
Reimen kann ich nicht, ist auch nicht meine Pflicht. Was ich schreib ins Album ein, fällt gewiss auch andern ein.
Ein freundliches Wort findet immer guten Boden.
— Jeremias Gotthelf