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Sprüche über Leben

1598 Sprüche — Seite 110

Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.

Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.

  1. Alle Belehrung geht von Herzen aus, alle Bildung vom Leben.

    Christian Friedrich Hebbel

  2. Ein angenehmes Leben und heiteres Leben kommt nicht von äußeren Dingen.

    Plutarch

  3. Die Schönheit strahlt nur aus dem innern Leben.

    Theodor Körner

  4. Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.

    Friedrich von Schiller

  5. Das Leben besteht nicht aus siebzig Jahren, sondern die siebzig Jahre bestehen aus einem fortwehenden Leben, und man hat allemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wann man will.

    Jean Paul

  6. Das Leben gab den Sterblichen nichts ohne große Arbeit.

    Horaz

  7. Das Wasser, in dem der Fisch kocht, ist auch das Wasser, das dem Fisch zum Leben hilft.

  8. Sich sorgen ist fast so gut wie sich freuen. Unerträglich wird das Leben für den, der weder Freuden noch Sorgen hat.

    Henry Wadsworth Longfellow

  9. Warum hat Gott den Menschen das Gefühl der Schamhaftigkeit eingeflößt? Damit der Schneider leben kann.

    Georg Büchner

  10. Gerade der schöpferische Mensch wird immer auf die Natur zurückgreifen, um menschliche Formeln durch neues Leben zu erfüllen oder zu sprengen

    Gerhart Johann Robert Hauptmann

  11. Wir leben nicht, wir nutzen uns aneinander ab.

  12. Kleine Gelegenheiten sind oft der Anfang zu großen Unternehmungen.

    Demosthenes

  13. Etwas Festes muss der Mensch haben, daran er zu Anker liege, etwas, das nicht von ihm abhange, sondern davon er abhängt.

    Matthias Claudius

  14. Musik ist die Vermittlung des geistigen Lebens zum sinnlichen.

    Bettina von Arnim

  15. Österreich ist ein seltsames Land. Man muss hier unbedingt schon gestorben sein, damit einen die Leute leben lassen.

    Gustav Mahler

  16. Befriedigung, die ich nach außen träumte, kam nun von innen selber in mein Dach. Das Leben rächt ja stets, was es versäumte: Ich hole meine Jugendjahre nach.

    Franz Grillparzer

  17. Wer sich beständig ausschlussweise mit den Büchern beschäftigt, ist für das praktische Leben schon halb verloren.

    Johann Gottfried Seume

  18. Tausend Frauen wiegen das Leben eines einzigen Mannes auf.

    Euripides

  19. Gedanken leben ebenso von der Bestätigung wie vom Widerspruch

    Stefan Zweig

  20. Vertrau auf die Menschen und brich nicht den Stab, wenn sie auch Böses verschuldet. Du weißt nicht, was das Leben ihnen zu tragen gab und was sie im Stillen erduldet. Doch kannst du ihr Handeln au …