Sprüche über Leben
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Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Greift nur hinein ins volle Menschenleben ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt und wo ihr's packt, da ist's interessant.
— Johann Wolfgang von Goethe
Aufgeblasenheit ist der zuverlässigste Schwimmgürtel im Strom des Lebens
— Wilhelm Raabe
Die Stunde ist kostbar. Warte nicht auf eine spätere, gelegenere Zeit.
— Katharina von Siena
Das ist der Toren Torheit: Sie leben ohne Herzeleid.
— Mechthild von Magdeburg
Welchen Sinn hat das Leben eines Menschen, der keine Zeit hat?
— Frank Wedekind
Der Mensch ist geboren, um in ewig zappelnder Ruhelosigkeit oder in der tatenlosen Lethargie der Langeweile sein Leben zu verbringen.
— Voltaire
Ich bin 50 Jahre, zu alt für eine Karriere, zu jung für die Rente und zu müde für eine Affäre.
Man kann mit der Zunge lügen, aber nicht mit den Augen.
Man kann nicht ohne Furcht sein, wenn man furchterregend aussieht.
— Epikur
Für mich ist Denkmal ein lebenslanger Imperativ, der aus zwei Wörtern besteht.
— Fritz Grünbaum
Lege deinem Mitmenschen Steine in den Weg; er mag sich daraus etwas bauen
— Johann Wolfgang von Goethe
Viel Denken, nicht viel Wissen soll man pflegen.
— Demokrit
Vatersegen baut den Kindern Häuser, Mutterfluch reißt sie nieder.
Brüder haben ein Geblüte, aber selten ein Gemüte.
Glück ist, seinen Anlagen gemäß verbraucht zu werden.
— Frank Wedekind
Das Leben ist nur ein Moment, genau wie der Tod.
— Antoine de Saint-Exupéry
Wer ist blind? Der eine andere Welt nicht sehen kann. Wer ist stumm? Der zur rechten Zeit nichts Liebes sagen kann. Wer ist arm? Der von allzu heftigem Verlangen Gequälte. Wer ist reich? Dessen …
Willst du in meinem Himmel mit mir leben? Sooft du kommst, er soll dir offen sein!
— Friedrich von Schiller
Wir sind in diese Welt gekommen nicht nur, dass wir sie kennen, sondern dass wir sie bejahen
— Rabindranath Tagore
Krone des Lebens, Glück ohne Ruh, Liebe bist du!
— Johann Wolfgang von Goethe