1598 Sprüche — Seite 107
Zwischen Geburt und Abschied entfaltet sich das Leben als ein Weg voller Aufbruch, Umwege, Verluste und kostbarer Augenblicke. Kaum etwas beschäftigt den Menschen so sehr, weil in ihm alles zusammenkommt, was trägt, verwundet, reifen lässt und Erinnerung schafft. Gerade darin liegt seine unerschöpfliche Tiefe.
Nicht im Spektakulären allein, sondern oft im gelebten Alltag zeigt sich, was ein Dasein wertvoll macht. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Erfahrungen, Fragen und Einsichten zu einer Sprache, die Orientierung gibt und zugleich daran erinnert, wie flüchtig, ernst und wunderbar menschliches Leben sein kann.
Will das Roß nicht mehr ziehen, fällt es dem Schinder anheim.
Mit unwilligen Rossen ist nicht gut zu Acker fahren.
Wer ein Roß reitet, erkennt seine Art.
Die Sau muss die Trauben bezahlen.
Jede Sau hat ihren Martinstag.
Man achtet nicht, was die Sau auch schreit.
Die Sau muss Haar lassen.
Es ist nicht not, dass man die Sau schere, weil man sie brühen und sengen kann.
Wenn man eine Sau auch in Gold kleidete, so legte sie sich doch in den Kot.
Wenn man die Sau kitzelt, so legt sie sich in den Dreck.
Sattel eine Sau, es wird kein Zelter daraus.
Die Sau legt sich nach der Schwemme wieder in den Kot.
Der faulsten Sau gehört allweg der größte Dreck.
Die Sau gibt nicht Wolle wie ein Schaf.
Man verklagt keine Sau, die einen besudelt.
Die Sau weiß nicht, wovon sie fett wird.
Der fetten Sau schmiert man nicht den Balg.
Das Beste am Schweinskopf ist - die Sau.
Es ist eine böse Sau, die ihre eigenen Ferkel frißt.
Es stirbt keine Sau ob einem unsauberen Troge.